Ein intensiver Trip in die Dunkelheit: Max von Werder über “Nachtmahr”

Max von Werder
Ende Oktober erschienen bei Wolpertinger Hörbücher mit “Der Skarabäus” und “Das Grauen von Dunwich” die ersten beiden Folgen der Reihe “Nachtmahr”. Labelchef Max von Werder stand uns für ein Interview zur Verfügung.
Wer steckt hinter dem Label Wolpertinger Hörbücher?
Der harte Kern besteht aus mir und Nadine Bachmann, die für das Konzept und die grafische Gestaltung verantwortlich ist. Nebenbei ist sie auch noch meine Ehefrau…
Außerdem haben wir ein kleines, aber schlagkräftiges Team von freien Mitarbeitern.
Habt ihr schon Erfahrungen im Hörspielbereich?
Ich habe als Tontechniker im On Air Studio Berlin bei Ahmed Chouraqui schon an vielen Hörbuch- und Hörspielproduktionen (für den Hörverlag, DAV, Argon und andere Verlage)
mitgearbeitet. Vor dem Start von Nachtmahr haben wir unter dem Label Wolpertinger Hörbücher bereits zwei Hörbücher mit Lesungen und Musik produziert.
Wie kamt ihr zum Thema Hörspiel?
Eigentlich kamen die Hörspiele zu uns. Nämlich in Form von Hui Buh und den Drei ???, die seit unserer Kindheit kaum an Bedeutung für uns verloren haben. Und in Form von Frank Gustavus, an dessen Hörspielen „Der Vampyr“ und „Die Vergessene Welt“ ich als Tonassistent mitarbeiten durfte, was mich schwer beeindruckt und letztendlich zur Geburt von Nachtmahr geführt hat.
Wer kümmert sich um die Regie, die Skripte, die Musik?
Für die Regie bin ich zuständig, ebenso für das Skript, wobei mir da meine Lektorin Heidi von Plato zur Seite steht. Die Musik stammt von Maestro Tobias Schröter.
Die ersten beiden Folgen haben schon große Sprechernamen im Ensemble. Auf wen können wir uns denn in Zukunft noch freuen?
Da möchte ich keine Namen nennen, da noch nichts Verbindliches feststeht. Großartige Sprecher gehören aber zum Konzept der Nachtmahr-Reihe.

Nachtmahr - Der Skarbäus - nach Richard Marsh - Wolpertinger Hörbücher 2009
Gerade im “Grusel”-Genre gibt es ja eine Vielzahl von verschiedenen Veröffentlichungen. Wo seht ihr mit “Nachtmahr” denn dort eure Nische?
Nachtmahr verbindet das Gothic-Feeling einer klassischen Vorlage mit einer zeitgemäßen und packenden Umsetzung. Damit sprechen wir vor allem Fans von Filmen wie Tim Burtons „Sleepy Hollow“ oder Francis Ford Coppolas „Dracula“ an, aber auch alle Anderen, die einen intensiven Trip in die Dunkelheit suchen.

Nachtmahr - Das Grauen von Dunwich - nach H. P. Lovecraft - Wolpertinger Hörbücher 2009
Was unterscheidet die Reihe von anderen?
Zum einen, dass wir nur Stoffe vertonen, die nicht bereits als Hörspielversion auf dem Markt erhältlich sind. Nachtmahr steht für spannende Geschichten, die zwar von Anno 1900 sind, aber trotzdem noch originell und unverbraucht, halt die “Vergessenen Klassiker der Horrorliteratur“. Außerdem bearbeiten wir die Vorlagen so, dass sie nicht verstaubt und nostalgisch wirken, sondern auch nach den Maßstäben modernen Horrors funktionieren.
Last, but not least, investieren wir viel Arbeit in eine stimmungsvolle Gestaltung von Booklet und Cover. Auch Gimmicks wie der beigefügte Faltplan und ein neuer Abschluss-Song am Ende jeder Folge sollen bewirken, dass der Hörer tiefer in die Geschichte eintauchen kann, seine Phantasie stärker angeregt wird.
Habt ihr schon Pläne, welche Geschichten zukünftig umgesetzt werden sollen?
Die nächste Folge wird die Umsetzung einer Geschichte des britischen Gespenster-Spezialisten M. R. James sein. Außerdem steht der Kult-Autor Robert E. Howard ganz oben auf meiner Liste mit potentiellen Vorlagen.
Arbeitet ihr schon an den nächsten Folgen oder wartet ihr den Erfolg der ersten Veröffentlichungen ab?
Im nächsten Jahr werden auf jeden Fall zwei weitere Nachtmahr-Hörspiele erscheinen.
Welcher Veröffentlichungsrhythmus ist angedacht?
Zunächst halbjährlich, jeweils eine neue Folge im Frühjahr und im Herbst. Wenn die Reihe beim Publikum gut ankommt, kann es dann auch schneller gehen.
Wir bedanken uns für das Interview und wünschen der Reihe viel Erfolg!
Tags: H. P. Lovecraft, Hörspiel, Nachtmahr, Richard Marsh, Veröffentlichung, Wolpertinger Hörbücher
Zuletzt aktualisiert am 12. November 2009




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